Analytisches Arbeiten im Hier und Jetzt
In der Analytischen Psychologie nach C.G. Jung wird nur in der Komplextheorie eine Bedingtheit durch Vergangenes vorausgesetzt. Jungianer gehen viel mehr als Vertreter anderer analytischen Fachrichtungen von der Bedeutung des „Hier und Jetzt“ für das Erkennen und die Bearbeitung von Störungen und Krankheitsbildern aus. Darum wird im therapeutischen Prozess nicht vorausgesetzt, dass die Wirksamkeit der Behandlung nur mit der „Aufarbeitung“ des Vergangenen hervorgerufen wird.
Methoden
Die Analytische Psychologie verwendet keine standardisierten Methoden, da die Identifikation mit einer Therapieschule nicht das primäre Anliegen ist. Der Hintergrund dieser Sichtweise liegt darin, dass man in der Analytischen Psychologie nicht von einer optimalen Methode des Verhaltens und des Erlebens eines Menschen ausgeht. Was für die jeweilige Person optimal ist, wird im gemeinsamen therapeutischen Prozess erarbeitet. Die therapeutische Beziehung bietet einen Raum des Schutzes und des Vertrauens, die im analytischen Prozess in erster Linie über das Gespräch und unbewusste Prozesse verläuft.
Ziel der Therapie ist es, unbewusste Prozesse in das Bewusstsein zu bringen um zu erkennen, warum es in der Psyche zu Blockaden kommt, die zu Leid führen. In der Therapie geht es darum, gemeinsam die Seelenlandschaft des Klienten kennenzulernen um dann gemeinsam, wie in einem Puzzlebild, die gefundenen Puzzleteile zusammenzusetzen um ein verändertes Bild zu erschaffen, mit dem der Klient umgehen kann und das von ihm verstanden wird.
Die Analytische Psychologie ist eine äußerst kreative Therapiemethode, in der es viel mehr um Bilder als um Sprache geht. Diese Arbeit am selbstregulativen Prozess, der Verständigung zwischen dem Ich und dem Selbst, sowie zwischen dem Bewussten und dem Unbewussten, wird durch zahlreiche kreative Herangehensweisen unterstützt.
Ich biete folgende kreative Methoden an:
- Der Auseinandersetzung mit Märchen und (auch modernen) Mythen (wie Filme, Literatur etc.)
- Der Auseinandersetzung mit Träumen (Amplifikation)
- Symbolisierung
- Therapeutisches Malen
- Aktive Imagination
Therapeutische Beziehung
Das differenzierte und sublime Verständnis der therapeutischen Beziehung und des therapeutischen Prozesses ist einer der großen Herausstellungsmerkmale analytisch orientierter therapeutischer Fachrichtungen, die Beziehung als einen psychodynamischen Prozess betrachten, mit einem über Jahrzehnte aufgebautem fundiertem theoretischen Gebäude. Diese theoretische Voraussetzung kann auch als großes Unterscheidungsmerkmal im Gegensatz zu nicht analytisch orientierten therapeutischen Schulen gesehen werden.
Psychodynamisch orientierte Therapeuten werden in ihrer Ausbildung einer fundierten fachlichen wie persönlichen Auseinandersetzung in therapeutischer Beziehungsarbeit unterzogen, die sich über mehrere Jahre, durch eine Lehranalyse, erstreckt.
Erst diese intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und dem eigenem Schatten und somit der eigenen Bewusstwerdung, sowie die Spezialisierung auf psychodynamische Prozesse in Beziehung, ermöglicht die Fähigkeit, die Klient:innen in der wichtigen und gewinnbringen Arbeit der eigenen Bewusstwerdung zu unterstützen.
Für Jungianer ist Psychotherapie das Arbeiten an der therapeutischen Beziehung, an der das schrittweise Erkennen, die behutsame Veränderung, die Wandlung, das „Immer wieder neu beginnen Können“ erprobt wird.
Ängste und Konflikte überwinden und als Ressource nutzbar machen
In meiner psychotherapeutischen Arbeit habe ich die Erfahrung gemacht, dass Ängste und Konflikte angesehen werden wollen. Das schafft die Möglichkeit, diese Anteile von sich selbst kennenzulernen und in stützende und schützende Ressourcen des eigenen Charakters zu verwandeln. Klient:innen kommen mit Ängsten und Konflikten und gerade diese schaffen dann oft die Möglichkeit, dahinter zu schauen, weil hinter dem Schmerz die Möglichkeiten zur Wandlung liegen.
Bilder © bei Bianca Bernabé – www.bernabe.studio
Was bereuen Sterbende?
„Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.“
– B. Ware 2013
